AFTERWARDS    

2018
> Matthias Herrmann Textpieces 96-98
Konkret Frau / Curated by Gerald Matt
> Masken
Tomasz Kulka / Das Ding
> Natalia LL

2017
> Renate Bertlmann
#It´s You too / Renate Bertlmann
> Anouk Lamm Anouk / I miss the place where I am from
> EASE / Robert Barry / Günther Förg / Tony Oursler / Keith Sonnier
> Artissima / VIVACE with Renate Bertlmann, Natalia LL and Jana Sterbak
> Curated by Eva Fabbris / LIVE END DREAM NO
> everybody anybody / group show
> liquid democracy / Monika Piorkowska, Curated by Angela Stief
> KeramiK Curated by Dietgard Grimmer with Jessica Lajard Barbara Reisinger Jeanne Susplugas Elmar Trenkwalder Gerold Tusch

2016
> Sébastien de Ganay / Non Places
> Clemens Wolf / Grounded
> Curated by / Michel Blancsubé / I´ve decided to be happy because it´s good for one´s health / Jana Sterbak
> Olga Georgieva / Looking for score
> Gudrun Kampl / Ornament oder Verbrechen
> Dieter Roth / aus einer Sammlung Exil, Selbstbildnis, Speedy-Drawing, Taschenzimmer
> VIVACE / Renate Bertlmann, Gloria Friedmann, Natalia LL, Jana Sterbak

2015
> Curated by / Myriam Ben Salah, Like The Deserts Miss The Real, Sarah Abu Abdallah, Abdullah Al Mutairi, Marwa Arsanios , Gcc, Raja’a Khalid
> Larbi Cherkaoui
> Julius Deutschbauer Klaus Pobitzer / Habs-Burgerstand, Ein Prä-Resümee
> Ilse Haider / le circuit heroesque
> Matthias Herrmann / On Photography
> Verortungen / Alyce Aycock, Peter Hopkins, Tania Kitchell, Ken Lum, Paul Morrison , Georges Rousse, Michaela Spiegel, Clemens Wolf
> Gudrun Kampl / Value Love Word Cell
> Curated by / Peter Stastny / Good NIght, Mister Procrustes / Francis Alÿs, Zipora Fried, Jim Shaw, Katrin Sigurdardottir, Kiki Smith, Jana Sterbak, Jeanne Susplugas

2014
> Olga Georgieva / Invisible Beijing
> Papier / Alan Davie, Günther Förg, Oswald Oberhuber, Tony Oursler, Peter Weibel
> Over Again Forever / Sébastien de Ganay
> Michaela Spiegel / Standbilder
> Emmanuel Régent / Pendant qu´il fait encore jour

BEFORE
Galerie Steinek_2007_Julius Deutschbauer_Hello Gerhard How are you

"HELLO GERHARD HOW ARE YOU", Julius Deutschbauer,
Galerie Steinek, September 11 - November 3 2007

Galerie Steinek_2007_Julius Deutschbauer_Hello Gerhard How are you

"Deutschbauer endlich allein", 2007


Julius Deutschbauer

HELLO GERHARD HOW ARE YOU

Eröffnung am 11. September 2007 um 19 Uhr

12. September bis 3. November 2007

„Endlich allein“ sagt der Weltherrscher bei Konrad Bayer, nachdem er jedem seiner Untertanen zuerst die Liebe, dann das Essen und schließlich das Atmen verboten hatte. „Endlich allein“ sagt Julius Deutschbauer, und die Welt dreht sich weiter und weiter nichts. Was fehlt, wird einfach gezählt, und das Krumme ist gerade mal schief.

Ein Widerstandl ohne Widerstandler. Zwei Schwestern ohne Schwestern. Ein Wurmfortsatz ohne Fortsatz. Ein Flüchtlingsdrama am Lunzer See ohne Flüchtlinge, die Skyline von New York ohne Twins.

Zwei einsame Pappbecher, zwei Abdrücke auf einem Bett, zwei Kreise auf der Wasseroberfläche, ein Stück Himmel usw. Zwei minus eins ist null. Eins plus eins bleibt eins.

Das Werk eines einzelnen Mannes hieß die letzte Einzelausstellung von Julius Deutschbauer in der Galerie Steinek. Das war noch im letzten Jahrtausend. „Hello Gerhard, how are you?“ fragt er in seiner aktuellen Ausstellung. Damit befragt er noch einmal sieben Jahre Zusammenarbeit mit Gerhard Spring aus der Perspektive des Danach. Anhand von zehn ihrer über siebzig Plakate lässt er Das Duo als Ideal und als Wirklichkeit Revue passieren: mittels Fotos und in Arbeiten auf Leinwand, in Schaukästen und mittels Plakatübermalungen. Aber die Arbeiten bleiben auf eine fast gespenstische Weise leer. Die Bilder wirken auf eine unheimliche Art unfertig.  

Man könnte aber auch sagen, sie bestechen gerade durch ihre Leerstellen. Diese Leerstellen geben dem Betrachter die Möglichkeit, sie mit eigenem Material, persönlichem wie gesellschaftlichem Müll, zu füllen. Sie bieten Raum für eigene Phantasien, Projektionen usw.

Beckett verwendete in seinem Essay über Proust das Bild einer Wäscheleine. „Er kann das Gestern betrachten, wie es zum Trocknen aufgehängt ist… Denn sein Gedächtnis ist eine Wäscheleine, und die Bilder seiner schmutzigen Wäsche aus der Vergangenheit sind erlöst und unfehlbar gefällige Diener seiner Erinnerungsbedürfnisse.“ Julius Deutschbauer spannt im übertragenen Sinn eine solche quer durch seine Ausstellung, um darauf einige übertragene Wäschestücke zu hängen. Jeder Besucher sei jedoch aufgefordert, diese Wäscheleine, die Wäscheleine eines anderen, für eigene Wäschestücke zu benutzen. 

 „Ich kann nicht treu sein“, sagt Deutschbauer nüchtern und träumt sich in eine wilde, promiskuitive Zukunft hinein. Vorerst gibt er sich allerdings noch als Armer Schlucker wie demnächst fürs Tanzquartier Wien (Lange Nacht der Museen, MQ Haupthof, Sa 6.Okt. 13.00 – 01.00) oder arbeitet sich an sieben Jahren Treue ab, wie bis 3. November in der Galerie Steinek.