féminine mystique

Ellen Cantor

Dorothy Iannone

Rita Nowak

Carol Rama

 

5. Dezember 2006 - 19. Januar 2007

 

 

Carol Rama, Mappa (Ricostruzione compromettente) Landkarte (Kompromittierende Rekonstruktion), 2005

 

Ellen Cantor @ Galerie Steinek, 2006

 

Dorothy Iannone @ Galerie Steinek, 2006

 

Carol Rama @ Galerie Steinek, 2006

 

Die Ausstellung „féminine mystique“ konzentriert sich vorwiegend auf Werke, die sich mit Liebe, Kontrolle, Sexualität und Vergänglichkeit auseinandersetzen.

Ellen Cantor, Dorothy Iannone, Rita Nowak und Carol Rama bilden mit ihren einzigartigen Positionen ein spannendes Resonanzfeld, in dem sich Künstlerinnen aus verschiedenen Generationen begegnen.

Carol Rama (1918 in Torino geboren) und Dorothy Iannone (1933 in Boston geboren) beide Autodidaktinnen und Autorinnen von Werken, die als gesellschaftlicher Affront wahrgenommen wurden, bearbeiten erotische Szenarios und sexuelle Motive. Obwohl die Werke beider von familiären Erfahrungen erzählen, unterscheiden sie sich im Ursprung und Handlung auf radikale Weise. Hinter der oft fragmentierten und verletzten Körperdarstellung steckt Carol Rama´s Versuch, die Belastungen ihrer Jugend zu verarbeiten und den Betrachter als „vase-communicant“ zu benutzen. Dorothy Iannone macht aus dem Zuschauer einen reinen Zeugen, indem sie bestimmt wie und wie weit er in ihr intensives Liebesleben hineinblicken darf. Ihre farbenfrohen Bilderobjekte und Zeichnungen zeigen, wie sie als Geliebte und Muse die Gegenwart feiert.

Während Carol Rama und Dorothy Iannone sich intensiv mit privaten Angelegenheiten auseinandersetzen, bearbeiten Rita Nowak und Ellen Cantor kollektive Prozesse der Darstellung.

Obwohl Rita Nowak (1979 in Österreich geboren) alte Meisterwerke in ihren Fotoarbeiten nachstellt, verknüpft sie diese Inszenierungen weniger mit Zitaten, als mit der Spaltung zwischen kollektiver und individueller Erinnerung. Die kunsthistorische Tradition des Portraits bietet Rita Nowak etablierte Elemente (wie Posen, Kostüme, Requisiten, Hintergründe...), die in ihren Werken so sparsam eingesetzt werden, dass nur ein leichtes aber wiederkehrendes „sentiment de déjà-vu“ beim Betrachter erweckt wird. Die Erinnerung überholt die Vergänglichkeit und weltberühmte Meisterwerke dienen intimen Assoziationsketten.


Private Erlebnisse und kollektive Vor&Darstellungen sind auch u.a. Lieblingsthemen von Ellen Cantor (1961 in Detroit geboren). Ein präzises und realistisches Bildnis der Liebe bleibt aber ihr Hauptziel. In ihren Videos wiederholen sich mythische Begegnungen (Ausschnitte aus Kultfilmen), die mit leichten Veränderungen (Tonlosigkeit, Texteinsetzung) starke Kontradiktionen in unserer Wahrnehmung hervorheben: Romantik/Trash, Gefühl/Sex, Erotik/Porno, Sinnlichkeit/Gewalt... Ellen Cantors Zeichnungen entstehen wie story-boards oder Erzählreihen, die eng mit den Videos und Slideshows verbunden, und so bearbeitet sind, dass die Motive schwerelos erscheinen.

In „féminine mystique“ zeigen sich 4 Künstlerinnen, die einen ausgesprochen unterschiedlichen Werdegang hatten, verschiedene esthetische Ausdrucksform besitzen, und differenzierte Anschauungsweisen vertreten.

Galerie Steinek zeigt von Ellen Cantor Video und Zeichnungen, von Dorothy Iannone Bildobjekte und neue Papierarbeiten, von Rita Nowak Photographien und von Carol Rama Zeichnungen.